107 min

The Straight Story – von David Lynch | Servus TV

Stephanie | 14. Dezember 2016

The Straight Story ist ein Roadmovie der etwas anderen Art. Stellt man sich normalerweise schnelle Autos, Highways und die wüstenartige Landschaft der USA vor, muss man sich bei diesem Film auf etwas anderes gefasst machen: Felder, Landstraßen, viel schlechtes Wetter und vor allem einen untypischen Protagonisten auf einem langsamen Gefährt…

400 Kilometer mit dem Rasenmäher

Alvin Straight, dem seine 73 Jahre merklich zugesetzt haben, macht sich auf eine mutige Reise, die vor ihm so noch niemand begangen hat. Weil sein Bruder einen schweren Schlaganfall erlitten hat, will Alvin diesen aufsuchen. Waren die beiden ihr Leben lang enge Vertraute, haben sie nach einem Streit vor zehn Jahren den Kontakt zueinander abgebrochen. Um, angesichts des bedenklichen Zustandes seines Bruders, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und miteinander Frieden zu schließen, macht Alvin sich auf die Reise. Jedoch gibt es dabei einige Hindernisse: Alvin hat schlechte Augen und ohnehin keinen Führerschein. Auch sonst gibt es niemanden, der ihn fahren könnte. Also steigt der gebrechliche Mann kurzerhand auf seinen Rasenmäher mit Anhänger. Damit will er den 400 km langen, beschwerlichen Weg von Iowa bis Wisconsin bestreiten.

The Straight Story beruht auf wahrer Geschichte

Bei diesen Voraussetzungen wundert das ungewöhnlich langsame Tempo des Films nicht. Mit aller Seelenruhe und Zielstrebigkeit tuckert Alvin durch die USA. Ihm begegnen dabei Menschen unterschiedlichen Alters, die ihre Geschichten und Probleme mit ihm teilen. David Lynch, von dem man eher verstörende Psycho-Spielchen gewohnt ist, verfilmte mit The Straight Story eine rührende Geschichte über Verstrickungen des Lebens und die Bedeutung davon, für seine Mitmenschen da zu sein.

Foto: Senator Filmverleiher

Verfügbar bis: 17. Dezember 2016
Kategorien: Film & Serie