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Berlinale Special – Das schweigende Klassenzimmer

Sophia | 21. Februar 2018

In Berlin läuft die Berlinale! Damit ihr wisst, was abseits von Mediatheken sehenswert ist, setzen wir uns 10 Tage lang ins Kino und beschreiben hier kurz unsere Filmauswahl.

In die Kategorie “Berlinale Special” wählt Festivaldirektor Dieter Kosslick die Filme, die er für besonders außergewöhnlich befindet. Egal ob von einem Newcomer oder von einer schillernden Filmpersönlichkeit gedreht – auserkoren wird nur, was dem Chef wirklich extrem gut gefällt.
Auf diesem Wege hat es auch Das schweigende Klassenzimmer in die Spezialauswahl geschafft.

Worum geht es?

Fünf Jahre vor dem Bau der Mauer ist die Trennung in Ost und West schon deutlich spürbar. So empfinden es auch die beiden Freunde Theo und Kurt, die sich bei einem Kinobesuch an der westlichen Freizügigkeit ergötzen wollen. Doch die gezeigte Barbusigkeit ist nicht das, was den Jungs nachträglich im Kopf bleibt. Es ist ein Beitrag in der Wochenschau, der die beiden über den Volksaufstand in Ungarn informiert und vor allem Kurt schwer beeindruckt.

Tags darauf überzeugen die zwei Freunde den Rest ihrer Abiturklasse, für die Opfer des ungarischen Aufstandes eine Schweigeminute einzulegen. Welche Konsequenzen die solidarische Tat haben soll, erfahren die Schüler binnen kürzester Zeit. Aus einem Akt von Mitgefühl wird eine Staatsaffäre – mit Stasi-Verhörmethoden und allem repressivem Piepapo!

Und sonst so?

Dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, macht die Geschichte so besonders. Ob sie es sonst auch wär, ist schwer zu sagen. Schließlich ist es nicht der erste Streifen, in dem es um die Willkür der DDR geht. So recht verwundern oder schocken tut da nichts mehr.

Doch darum geht es auch nicht in der Verfilmung Das schweigende Klassenzimmer. Es geht um Mut und Zusammenhalt, den eine Klasse junger Schüler einst bewies und sich damit gegen Familie, Freunde und einen ganzen Staat stellte. Hätte es mehr solcher Fälle von Zivilcourage gegeben – wer weiß, was aus dem Mauerbau geworden wäre?!

Butter bei die Fische: Gucken oder nicht gucken?

Ersteres – sofern man auf dramatisch-abgestimmte Musik (absolut positiv gemeint) und leicht kitschigen Pathos (stimmungsabhängig) steht, bietet Das schweigende Klassenzimmer unterhaltendes Kinovergnügen!

Für die Allgemeinheit übrigens ab 01.03.3018 im Kino!

Eröffnet wurde die diesjährige Berlinale von Wes Andersons Isle of Dogs – hier auf Mediasteak erfahrt ihr alles Wissenswerte darüber.

Vom Regisseur von Das schweigende Klassenzimmer erschien 2015 Der Staat gegen Fritz Bauer – ebenfalls nach einer wahren Begebenheit und absolut sehenswert!

Bild: © Studiocanal GmbH / Julia Terjung

Kategorien: Behind The Scenes