„Das Wichtigste ist für mich, dass meine Schüler am Leben bleiben. Ich unterrichte sie einmal pro Woche. Und wenn sie viele Jahre am Leben bleiben, bin ich ein glücklicher Mann. Auftrag erfüllt!“ Der Musiklehrer Guilherme Carvalho arbeitet im Kulturverein AfroReggae, der seit 20 Jahren in einer der über 900 Favelas in Rio de Janeiro ansässig ist. Hier unterrichtet er vor allem junge Menschen, die durch Theater, Tanz und Musik aus ihrem gewaltgeprägten Alltag ausbrechen sollen.
Favelas in Rio seit mehr als 30 Jahren in Hand der Drogenmafia
Seit Ende der 1970er Jahre, als der Drogenhandel in Rio begann, herrscht Krieg in den Gassen der Armenviertel. Der ausufernden Gewalt zwischen den Drogenkartellen entgegnet die sogenannte Friedenspolizei – kurz UPP- seit die Stadt als Austragungsort der WM 2014 auserkoren wurde. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten Rio – Kampf um Frieden wurden bereits 60 Favelas erfolgreich „befriedet“. Weitere sollen folgen. Und die Kehrseite dieser friedenschaffenden Maßnahmen? Neben steigenden Preisen und der totalen Kontrolle der Anwohner durch die ständige Polizeipräsenz in den Favelas, schreitet die Verdrängung – vor allem im touristischen Süden- durch Enteignungen und Umsiedlungen immer weiter voran.
Bild: © Rodrigo Torres
