2010 war das Thema Odenwaldschule der Skandal in den Medien. Kein Wunder, was sich in den Privatgemächern einiger Lehrer der Odenwaldschule über Jahrzehnte abgespielt hat, überschreitet wirklich alles, was ich für möglich gehalten habe. Regina Schillings und Luzia Schmids Doku Geschlossene Gesellschaft bereitet das Thema umfassend auf.
Geschlossene Gesellschaft
Der Film erzählt uns unaufgeregt, aber sehr packend von den tagtäglichen sexuellen Übergriffen auf die Schüler. Von einem Direktor, der landesweit wegen seiner „reformpädagogischen Ansätze“ gefeiert wurde. Der sogar der beliebten Kinderbuchautorin Astrid Lindgren einen Friedenspreis überreichte. Und der sich nachts zu kleinen Jungs ins Bett legte. Die Opfer seiner sexuellen Ausbeutung setzte er außer Gefecht. Während er es mit seinem Charme schaffte, auch die Lehrer zum Schweigen zu bringen.
Bewegende Odenwaldschule Doku
Detailliert schildern ehemalige Schüler von ihrem Leid. Während ehemalige Lehrer um Fassung ringen. Denn sie müssen zugeben, dass sie eigentlich von den Taten wussten oder hätten wissen müssen. Auch wenn es wirklich schönere Themen für einen Fernsehabend gibt, sollten wir hier hinsehen und diesen sehr guten und bewegenden Dokumentarfilm anschalten.
Weitere Tipps
In dem Film „Cracks“ auf Mediasteak geht es Psychospiele in einem Mädcheninternat.
Und ein gutes Buch zum Thema Odenwaldschule ist „Wie laut soll ich denn noch schreien?„
Bild: © SWR/zeroone, Geschlossene Gesellschaft, Odenwaldschule Doku