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Wolfskinder – ergreifendes Nachkriegsdrama

Ronas | 05. Juni 2019

„Ich kann nicht mehr.“ Diesen Satz bekommt man zu hören, nach dem man die Wolfskinder eine knappe Stunde lang auf ihrer Tortur begleitet hat. Waisen, gezwungen aus ihrer Heimat zu fliehen – alleine und ohne irgendeinen Besitz, außer den Klamotten an ihrem Leib. Ein emotionales und einfühlsames Portrait dieser Kinder, die keine Kinder mehr sein durften, bietet Rick Ostermanns Regie-Debüt.

Wolfskinder – ein grausamer Weg

Es ist der Sommer 1946 in dem Hans’ und Fritzchens Mutter stirbt – die Beiden sind fortan auf sich allein gestellt. Da es in ihrer alten Heimat Ostpreußen nach der deutschen Kriegsniederlage nicht mehr sicher ist, machen sich die Brüder auf den Weg nach Litauen, wo ihre Tante sie aufnehmen soll. Bald jedoch verlieren sich die Beiden und wir begleiten nun Hans, der schnell neue Begleiter findet. Der Weg nach Litauen ist aber keinesfalls leicht, da jeder Soldat und jeder arme Bauer eine potentielle Bedrohung darstellen. Und dann ist da noch der Hunger…

Erschreckend: Die sogenannten Wolfskinder gab es wirklich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zogen tatsächlich 25.000 Waisen auf dem Weg nach Litauen bettelnd und hungernd durchs Land. Von ihnen überlebten nur wenige Hundert.

Kaum gesprochen, aber viel gesagt

In Wolfskinder wird keine aufdringliche Musik gespielt und es wird wenig geredet. Vielmehr hört man der Natur zu und bekommt tatsächlich das unangenehme Gefühl, mit den Kindern in den Weiten Litauens alleine zu sein. Und jedes tatsächlich gesprochene Wort wird umso bedeutungsschwerer. Selten gelingt es einem Film, den Zuschauer auf so eine beeindruckende Art und Weise in den Bann zu ziehen und dabei so emotional zu werden. Herausstechend ist auch die Schauspielleistung der Kinder, die dem Film trotz ihres jungen Alters nichts von seiner gefühlsansprechenden Glaubwürdigkeit nehmen.

Hat der Film Euer Interesse am Schicksal der Wolfskinder geweckt? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Euch:

Bild: © HR/Leah Striker

Verfügbar bis: 19. Juni 2019
Kategorien: Film & Serie