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Wir sind jung. Wir sind stark.

Sophia | 15. August 2019

Eine Jugend ohne Träume – aber voller Hass. Das sind die Akteure des Dramas Wir sind jung. Wir sind stark. Thema des Films sind die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen am 24. August 1992. Die Geschehnisse dieses Tages werden anhand einer Gruppe jugendlicher Rechtsradikaler beschrieben.

“Total frei sein, ist eigentlich nur allein sein.”

Die Wende liegt nun schon etwas zurück und geblieben ist nichts. So zumindest scheinen es die Jugendlichen wahrzunehmen. Denn auf die Frage, was ihre Träume sind, will ihnen partout nichts einfallen. Träume bräuchten sie keine – Sicherheit ist das was ihnen fehle. In dieser kurzen Sequenz, die als Schlüsselmoment des Films fungiert, steckt viel Verdruss. So könnte es sich angefühlt haben – im ehemaligen Osten, der auch nach der Wiedervereinigung zu kurz zu kommen scheint. Unzufriedenheit, fehlende Perspektiven und überdies überall Ausländer, für die nun auch noch gesorgt werden muss. Alles keine Entschuldigung für rechtsradikales Gedankengut und schon gar nicht die Ausschreitungen, die dieser Film in den Fokus rückt. Doch hilft die Geschichte rund um die Jugendlichen zu verstehen, was wir uns nicht vorstellen mögen.

Wir sind jung. Wir sind stark. – erschreckend aktuell

Die Besonderheit des Films machen vor allem die ausdrucksstarken Bilder aus. Ungefähr zwei Drittel des Films sind in schwarz-weiß gedreht, was an Vergangenes erinnert. Nach einem Fernsehinterview wechselt das Bild in Farbe. Somit wirken die dann einsetzenden Ausschreitungen umso realistischer. Der Zuschauer distanziert sich nicht weiter von den Geschehnissen, sondern wird Teil davon.

Ein Film, der packend und ebenso verstörend ist, aber sicher seine Berechtigung hat.

Euch interessiert das Thema Rechtsextremismus unter jungen Leuten? Hier gibt es noch einen Film.

Bild: © ZDF/Yoshi Heimrath

Verfügbar bis: 19. August 2019
Kategorien: Film & Serie