Fahrbereitschaft – Wenn Thadeusz Politiker fährt – Dietmar Bartsch
Interview 30 min

Fahrbereitschaft – wenn Thadeusz Politiker fährt #Bundestagswahl

Sophia | 20. September 2017

Zur Vorbereitung auf die Bundestagswahl am 24. September 2017 fährt der Moderator und Journalist Jörg Thadeusz nun schon seit einigen Wochen Spitzenkandidaten der Politik durch die Hauptstadt. Dabei stellt er sich in den Dienst der Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestages und befragt seine politischen Gäste zu ihren Wahlprogrammen.

In dieser Folge ist ‘Linksverkehr’ angesagt: Dietmar Bartsch, der Spitzenkandidat von Die Linke wird vom Prenzlauer Berg nach Mitte chauffiert. Zugegeben, unter einem linken Politiker stellt sich manch einer vielleicht eher einen langhaarigen Alt-68er vor. Der Fraktionsvorsitzende der Linken setzt aber lieber auf schnittigen Anzug – passt auch irgendwie besser ins gentrifizierte Prenzlberg!

Wenn Thadeusz Politiker fährt, werden schon mal sozialistische Kampflieder gesungen

Angesprochen auf seine Laufbahn beim Fallschirmjägerbataillon der Nationalen Volksarme, gerät Herr Bartsch etwas ins Schwärmen. Mit rotem Barett und Springerstiefeln “da waren Sie Star, ist doch klar” – so die Worte des Politikers. Dennoch verherrlicht er die DDR nicht im Geringsten, beschreibt sie sogar als “zurecht gescheitert”.

Neben seiner Fraktionspartnerin Sahra Wagenknecht wirkt das Nordlicht Bartsch (aus Stralsund stammend) beinah konservativ. Einen Staatssozialismus wolle Die Linke keinesfalls zurück; “wir sind ja nicht behämmert” – verkündet er während der Autofahrt durch das ehemalige Ost-Berlin.

Große Klappe – viel dahinter?!

Insgesamt macht Bartsch eine bessere Figur, als sein Chauffeur und Interviewer – nicht nur optisch. Thadeusz stellt viele Fragen, überhört aber eher die Antworten seines Gegenübers. Er wirkt beinah hibbelig und scheint sich mehr für die gemeinsame Liebe zum Fußball zu interessieren, als für das Wahlprogramm der repräsentierten Partei. Bartsch reagiert professionell – ganz Politiker eben. Er erscheint gleichzeitig selbstsicher und bescheiden. Und trotz seines “fortgeschrittenen” Alters, nimmt man ihm ab (und keinesfalls übel), wenn er den ehemaligen Generalsekretär der CSU Alexander Dobrindt als “Flasche” bezeichnet.

Dem rbb-Moderator Thadeusz scheint indes der Neuwagenduft zu Kopf gestiegen zu sein. So ließe sich zumindest sein Auftritt als Moderator bei einer CDU-Wahlkampfsendung erklären, bei dem er die Kanzlerin auf seine Sendung ‘Fahrbereitschaft’ und Tätigkeit für den rbb hinwies. Die Geschäftsordnung des Senders untersagt ausdrücklich die Bezugnahme zu selbigem, bei politischer Aktivität seiner Mitarbeiter. Mehr dazu, könnt ihr hier nachlesen.

Hier kutschiert Thadeusz den Spitzenkandidaten der AfD.

Bild: rbb/fahrbereitschaft

Kategorien: Gesellschaft, Politik