Paradies: Hoffnung
Drama 92 min

Paradies: Hoffnung

Anne | 31. Juli 2019

Paradies: Hoffnung stammt aus Ulrich Seidls Paradies-Trilogie. Darin porträtiert der Regisseur drei Frauen auf ihrer Suche nach der Erfüllung von Liebe. Die eine als Sextouristin in Kenia (Paradies: Liebe), die andere als sich selbst geißelnde Geliebte von Jesus Christus (Paradies: Glaube) und die nächste als unsterblich verknallter Teenager.

Liebe im Diätcamp

Letzter spielt in einem Diät-Camp, in welchem die übergewichtige 13-jährige Melanie ihre Sommerferien verbringen muss. Hier verliebt sie sich in den fast 40 Jahre älteren Leiter des Camps. Zwischen dem täglichen Drill auf dem Sportplatz und heimlichen Raubzügen in der Küche sehen wir den pummeligen Teenager den grau melierten Arzt anschmachten. Dieser weiß nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Als er auch Gefühle zu entwickeln beginnt, muss er ihr Kontaktverbot erteilen.

Paradies: Hoffnung

Ulrich Seidl ist berühmt für seine improvisierten Filme. Sie sind so nah mit der Kamera an den Laiendarstellern dran, dass der damit erzeugte Voyeurismus schon fast weh tut. Auf der anderen Seite benutzt der Regisseur eine gewaltige und extrem ästhetisierte Bildsprache. „Ich schöpfe aus der Wirklichkeit und mache daraus eine artifizielle Abbildung, um Bilder zu kreieren, die so niemand vorher gesehen hat.“, so Seidl.

Bei Paradies: Hoffnung sehen wir in einem beeindruckenden Bild zum Beispiel die kahlen Baumstämme eines Waldes im Nebel. Sehr klein liegen Melanie und der Arzt im weichen Moos. Es ist ein friedliches Bild wie ein Gemälde, das das Seelenleben der beiden widerzuspiegeln scheint.

Schaut den Film ab 23 Uhr in der Mediathek.

Bild: ©Ulrich Seidl Film Produktion GmbH

Verfügbar bis: 22. Oktober 2019
Kategorien: Film & Serie