Die achtjährigen Sin Mi in Im Strahl der Sonne
Dokumentarfilm | bpb 90 min

Inside Nordkorea: Im Strahl der Sonne

Laura | 12. August 2017

Der Dokumentarfilm Im Strahl der Sonne gewährt einen ungewöhnlichen Blick hinter den Eisernen Vorhang der Demokratischen Volksrepublik Korea. Wer jetzt aber leere Supermarktregale oder unterdrückte Bauern erwartet, der täuscht sich. Denn das Drehbuch stammt komplett aus der Feder nordkoreanischer Behörden.

Es ist ein Film über das Leben der achtjährigen Sin Mi. Das Mädchen lebt mit ihren Eltern in einer großen Wohnung in Pjöngjang. Beste Lage. Der Frühstückstisch stets reich gedeckt. Der Familie fehlt es an nichts. Und ihre Gespräche drehen sich ausschließlich um den geliebten Marschall, um die Freiheiten, die sie in ihrer Heimat genießen und überhaupt ist der Sozialismus ein Segen. „Nicht zu steif!“, lautet plötzlich die „Regie-Anweisung“. Man solle sich natürlich verhalten.

Regisseur widersetzt sich Propaganda-Drehbuch

Filmemacher Vitalij Manskij hat einen Coup gelandet: Er nimmt die Inszenierung der Inszenierung während der gesamten Propaganda-Dreharbeiten heimlich auf. So werden wir Zeuge der Proben mit Vorzeigekameraden, sehen wie Komparsen angeleitet werden und die Protagonisten ihre Texte in der Musterwohnung lernen.

Letztendlich gehört dem Sprecher das letzte Wort. Denn die auffallend ästhetischen Bilder des Films werden mit Hintergrundinformationen kommentiert, die uns durch die Propagandaaufnahmen eigentlich vorenthalten werden sollten. Am Ende von Im Strahl der Sonne schafft es das Filmteam dann aber doch, Sin Mi unbeobachtet eine Frage zu ihren Erwartungen ans Leben zu stellen. Ihre Antwort: Tränen.

Streamt hier die Actionkomödie über Nordkorea: The Interview.

Bild: © Icarus Films

Kategorien: Politik