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Hale County

Anne | 05. Juli 2020

So eindringlich wie die aktuellen Schlagzeilen verfolgt “Hale County” das Leben zweier afroamerikanischer Männer, die die Höhen und Tiefen des frühen Erwachsenenalters erleben. Als Ausgangspunkt der poetischen und feinfühligen Dokumentation stellte sich Regisseur RaMell Ross die Frage, wie das afroamerikanische Leben authentisch erzählt werden kann. 

Träume und Zukunftsängste  

Er setzt seinen primären Fokus nicht auf Drogen, Waffen, Armut oder Gangs. Im Gegenteil, wir sehen ein Patchwork aus verschiedenen Szenen: Sonntage in der Kirche, Basketball-Trainings, weite Kornfelder am Ende des Sommers oder alltägliche Nachmittage im Hinterhof. Wir hören jungen Vätern, Großmüttern und Frauen zu, die von ihren Sorgen, Zukunftsängsten und Träumen berichten. 

Amerika: tief gespalten

Im Fokus der Doku stehen die beiden jungen Afroamerikaner Daniel Collins, Student an der Selma University, und Quincy Bryant, Vater der neugeborenen Zwillinge. Sie haben sich Ross anvertraut. Täglich sind sie Vorurteilen und Repressionen ausgesetzt. So zeigt die Dokumentation die traurige Wahrheit darüber, wie sehr Amerika, insbesondere der ländlich geprägte Süden, immer noch fast vollständig getrennt ist.  

Preise und Auszeichnungen

“Hale County“ wurde auf unzähligen Festivals aufgeführt, erhielt etliche Auszeichungen, darunter den Special Jury Award des Sundance Festivals und erhielt von ausnahmslos allen Kritikern auf Rotten Tomatoes die höchste Bewertung. 

Trailer: Hale County

Mehr afroamerikanisches Kino stellen wir euch in unserer Liste der 10 wichtigsten Filme in diesem Genre vor. Neben den Klassikern von Regisseur Spike Lee wie “Malcom X” und “Chi-Raq”, oder Raoul Peck “I’m not your negro” wollen wir euch vor allem “Moonlight” empfehlen. Den eindringlichen und oscarprämierten Film gibt es auf Netflix oder ihr könnt ihn hier auf Amazon streamen.

Bild: Arte

Verfügbar bis: 14. Dezember 2020