< Fuck White Tears : Studentenaufstände in Kapstadt

Fuck White Tears

Aimée | 06. Januar 2019

Kaum in einem anderen Land sind die Aussichten auf eine gute Bildung so ungerecht verteilt wie in Südafrika. Die Kluft zwischen Schwarz und Weiß scheint größer als gedacht. Seit Jahren demonstrieren Studenten und Dozenten gegen Unterdrückung und steigende Studiengebühren, insbesondere an der Cape Town University. 

Während dieser Zeit reist die deutsche Regisseurin Annelie Boros nach Kapstadt, um über die ungleichen Bildungschancen in Südafrika einen Film zu drehen. Welche Rolle sie als weiße Filmemacherin dabei spielt, die über eine schwarze Studentenbewegung berichten möchte, zeigt ihre Doku Fuck White Tears eindrucksvoll.

Fuck White Tears: “Diesen Kampf können nur Schwarze bestreiten.”

Als Annelie Boros mit den Studenten redet, wird sie plötzlich selbst zum Ziel frustrierter Anfeindungen. “Du filmst uns, als ob wir Tiere wären! Wenn das aber der einzige Weg ist, um meine Geschichte zu erzählen, erniedrige ich mich dafür.” Die Studenten sind wütend. Zurecht. Trotz Ende der Apartheid wird die schwarze Bevölkerung immer noch unterdrückt und hat weniger Mittel zur Verfügung als die weiße.

Sie fühlen sich gedemütigt, weil Weiße in ihre Heimat kommen, um Filme über ihre Situation zu drehen. Annelie Boros versucht trotzdem die Grenzen zu überwinden. Dennoch sagt sie: “Es ist ein Film über einen Film, den ich nicht machen darf, weil ich weiß bin”.

Auch die Kurzdoku “Valley of a Thousand Hills” über ein Skate-Camp nimmt euch mit nach Südafrika.

Bild: Screenshot

Kategorien: Gesellschaft, Politik