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Das Ende der Geduld | Film über Richterin

Anne | 16. März 2020

“Richterin Gnadenlos” wurde sie oft in den Medien genannt – die wohl bekannteste Juristin Deutschlands, welche das Buch Das Ende der Geduld verfasste. Denn Kirsten Heisig verurteilte in Berlin-Neukölln schnell und konsequent kriminelle Jugendliche. Von jungen Gewalttätern wurde sie gefürchtet – und von deren Familienclans gehasst.

Kirsten Heisig verschwand plötzlich

Auf der anderen Seite schätzten sie ihre Kollegen und ihre Familie und Freunde liebten sie. Bei Politikern und Sozialarbeitern war Kirsten Heisig hoch angesehen. Und auch die türkische Herren-Gruppe in Neukölln verehrte die Richterin für ihre Hilfsbereitschaft und ihr vehementes Durchgreifen. “Als ich von ihrem Tod erfuhr, habe ich einen Tag lang nur geweint.”, sagt einer der türkischen Familienväter, der sich gemeinsam mit Heisig und anderen Vätern gegen Gewalt unter Jugendlichen einsetzte.

War es Selbstmord?

Doch auch der rechte Rand versuchte die strenge Jugendrichterin für seine Zwecke zu instrumentalisieren – sprach sie doch harte Urteile vornehmlich gegen Migranten. Als Kirsten Heisig plötzlich verschwand, spekulierten die Medien, allen voran die rechten, von Entführung und Mord. Wenige Tage später, im Hochsommer 2010, fand man ihre Leiche, erhängt in einem Waldstück bei Heiligensee. Wie konnte es dazu kommen?

Das Ende der Geduld  über Kirsten Heisig

Der Spielfilm Das Ende der Geduld dreht sich um die Protagonistin Corinna Kleist – welche an Kirsten Heisig angelehnt ist. In der fiktionalen Geschichte geht es um einen Fall, in dem sich die Jugendrichterin mit einem jungen Intensivtäter – dem libanesischen Clan-Boss Nazir – anlegt. Für ihre Darstellung der Richterin wurde Martina Gedeck 2015 mit der Goldenen Kamera als “Beste deutsche Schauspielerin” ausgezeichnet.