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24 Wochen – im ArteKinoFestival

Sophia | 11. Januar 2019

Für die Medizin ist es eine Errungenschaft – doch für werdende Eltern wird es zur lebensverändernden Entscheidung, wenn das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung eine Behinderung des Kindes voraussieht. So ergeht es der Komödiantin Astrid (Julia Jentsch) und ihrem Freund und Manager Markus (Bjarne Mädel) im Drama 24 Wochen. 

Diagnose Down-Syndrom und die Entscheidung über das Leben

Nachdem das Paar erfährt, dass ihr zweites Kind Trisomie 21 haben wird, sitzt der Schock tief. Doch gemeinsam entscheiden sich Astrid und Markus für das Kind, denn sie sind sicher, dass sie der Herausforderung gewachsen sind. Ihre Entscheidung gerät auch nicht ins Wanken, als ihnen hauptsächlich Unverständnis aus dem Freundes- und Verwandtenkreis entgegenkommt. Die anfängliche Freude über ein zweites Kind kehrt allmählich zurück…

Doch dann der nächste Schicksalsschlag: Das Ungeborene leidet an einem Herzfehler, dessen operative Behebung nicht garantiert werden kann. Die Ärzte sind wenig zuversichtlich – sagen bereits im Voraus mehrere Eingriffe voraus. Ob dem Kind damit ein lebenswertes Leben ermöglicht werden kann, weiß keiner.

24 Wochen – ein Drama über Abtreibung

Wo gerade noch Mut und Optimismus vorherrschte, machen sich Entsetzen und Hilflosigkeit breit. All die Stärke, die Astrid und Markus aus ihrer Liebe zueinander gezogen haben, verliert sich in der Entscheidung, das Kind trotz aller Widrigkeiten zu bekommen oder im sechsten Monat abzutreiben.

Die Entscheidung, die Astrid letztendlich alleine trifft, ist hart – und gleichzeitig verständlich. Um anderen Frauen in einer ähnlichen Situation zu helfen, geht sie damit sogar an die Öffentlichkeit.

Julia Jentsch verkörpert diese Zerrissenheit der gerade noch so glücklichen Schwangeren absolut glaubhaft. Auch Bjarne Mädel, den wir sonst aus Der Tatortreiniger (hier auf Mediasteak anschauen), Mord mit Aussicht und Stromberg kennen und lieben(!), findet sich gekonnt in die Rolle eines erschütterten Mannes ein, der mit seiner Hilflosigkeit zu kämpfen hat.

 

Julia Jentsch ist bekannt für ihre starken Frauenrollen – hier zu sehen in Sophie Scholl – Die letzten Tage.

Bild: © ZDF/Friede Clausz

Verfügbar bis: 31. Januar 2019
Kategorien: Film & Serie, Gesellschaft