108 min

Donnie Darko – ab 22 Uhr

Paul | 19. Februar 2019

Fast schüchtern nähert sich die Kamera, als wollte sie Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) nicht wecken, der da mit geschlossenen Augen auf der Straße liegt. Und als sie ihm immer näher kommt, steht er langsam auf, während der sich langsam erhellende Himmel das Bergpanorama preisgibt. Donnie Darko schnappt sich sein Fahrrad und fährt die geschwungenen Straßen entlang nach Hause.

Frank, ein halluzinierter Freund im Hasenkostüm

Verantwortlich für seine nächtlichen Ausflüge ist Frank, ein menschengroßes Wesen in befremdlichem Hasenkostüm. „Ich hab’ dich beobachtet“, raunt es mit tiefer Stimme. Und während es ihn in die Nacht hinausführt (und nebenbei das Ende der Welt prophezeit), stürzt eine Flugzeugturbine auf das Haus der Darkos und zerlegt Donnies Zimmer. Frank, Donnies halluzinierter Freund, hat sein Leben gerettet.

Patrick Swayze als einfältiger Lifecoach

Ansonsten greift Donnie Darko Elemente typischer amerikanischer High-School-Filme auf, bricht dabei aber immer wieder die Erwartungen. Da ist zum Beispiel Lifecoach Jim Cunningham (Patrick Swayze). Er predigt: Verweigere dich der Angst! Erfahre die Liebe! Und schon ist alles Unheil der Welt erfassbar, in einem eindimensionalen Spektrum aus Angst und Liebe. Diese Ideologie wird erst präsentiert, aber schon bald so schonlos entlarvt, dass es einem fast Leid tun kann um Mr. Cunningham.

So fühlt sich also ein Mindfuck an

Solche Handlungsstränge entwickeln sich im Laufe des Films und schwirren scheinbar lose umher. Doch nach der Nacht des herabstürzenden Flugzeugteils ist Frank Donnie immer wieder erschienen. Hörig befolgte er Franks Aufträge, die schließlich die Handlungsstränge wieder miteinander verweben. Und schon steuern wir geradewegs auf ein großes Finale hin – inklusive halsbrecherischer Kehrtwende: Während man sich noch fragt, was das alles zu bedeuten hat und endlich versteht, was die wahre Bedeutung des Begriffs „Mindfuck“ ist, beginnt schon der Abspann.

Donnie Darko ist zum Kultstreifen avanciert

Donnie Darko hat inzwischen Kultstatus erreicht: In Foren wird noch immer heftig diskutiert, wozu auch Regisseur Richard Kelly mit einem nachträglich veröffentlichen Director’s Cut beigetragen hat. Dabei hätte er lieber den Film für sich sprechen lassen sollen. Auch endlose Versuche, Donnie Darko bis ins Kleinste zu erklären, können nur scheitern. Lieber sollte man ihn zum Anlass nehmen, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen.

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Wer sich mit einem offenen Ende nicht abfinden will, kann hier den Director’s Cut von Donnie Darko kaufen.

Bild: © Ascot Elite Home Entertainment

Verfügbar bis: 23. Februar 2019
Kategorien: Film & Serie