< Shelley Berlinale Film

Berlinale: “Shelley” – Gut durchkomponierter Horror

Mediasteak | 21. Februar 2016

In Berlin läuft die Berlinale! Damit ihr wisst, was abseits von Mediatheken sehenswert ist, setzen wir uns 10 Tage lang ins Kino und beschreiben hier kurz unsere Filmauswahl.

Darum geht’s:

Von außen erscheint ihr Leben perfekt: Das dänische Paar Louise und Kasper wohnt abgelegen an einem idyllischen Waldsee. Es ist ein naturverbundenes Dasein, das die ersten Filmminuten von Ali Abbas „Shelley“ zeigen. Zum vollkommenen Glück fehlt dem Paar nur noch eines: ein gemeinsames Kind. Weil Louise keines bekommen kann, bittet sie ihre rumänische Haushaltshilfe Elena um eine Leihmutterschaft. Mit Elenas „Ja“ wechselt der Film dann ins Horrorgenre.

Darum geht’s wirklich:

Von Tag zu Tag verhält sich die schwangere Elena eigenartiger. Nachts suchen sie wirre Träume heim. Wasser schmerzt auf ihrer Haut und immer wieder trifft sie auf einen schwarzen Hund. Auch Louise und Kasper machen die Veränderungen Angst. Diese dänische Mischung aus das „Das Omen“ (1976) und „Rosemary’s Baby“ (1968) fragt so: Was passiert, wenn etwas Vertrautes – das eigene Kind – zu etwas Unvertrautem wird?

Deshalb müsst ihr den Film sehen:

Weil „Shelly“ kein Da-springt-jemand-aus-dem-Schrank-Horror ist, sondern eine gut durchkomponierte, sich steigernde Spannung über das Geschehen legt. Dies gelingt Regisseur Ali Abbasi, indem er etwas Unheimliches in dieser scheinbar heilen Welt platziert, ohne es je konkret zu benennen.

FYI:

„Shelley“ ist eine Hommage an die Horrorautorin Mary Shelley, deren Buch „Frankenstein“ (1818) bestimmt jedem ein Begriff ist.

Bildquelle: © Nadim Carlsen

Kategorien: Kino