86 min

Axolotl Overkill

Anne | 12. Juni 2019

2010 brachte Helene Hegemann ihren Roman Axolotl Roadkill raus, sieben Jahre später verfilmte sie das Buch. Ich hatte damals zur Kinopremiere im fluter Magazin unter der Überschrift “Schmerzhaft ziellos” über den Film geschrieben. Nun läuft Axolotl Overkill in der ARD-Mediathek und auch wenn ich nicht ganz begeistert war, wie ihr im fluter-Artikel lesen könnt, will ich euch den Film nicht vorenthalten.

Darum gehts

Die 16-jährige Mifti (Jasna Fritzi Bauer) wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren zwei Halbgeschwistern in Berlin. Während sich ihr intellektueller Vater mehr für Kunst als für seine Kinder interessiert, lässt sie sich durch die Stadt treiben. Einsam, ziellos und unangepasst. Anstatt zur Schule geht Mifti ins Berghain, hat wahllos Sex und konsumiert alle möglichen Drogen. Mit Alice – eine Frau um die 40 – geht Mifti eine Affäre ein und entwickelt Gefühle.

Axolotl Overkill – coole Filmbilder

Herausragend ist der Look des Films. Die Kulissen sind perfekt inszeniert  – von der im  Shabby-Chic drapierten Altbauwohnung der Geschwister, über teure Hotelsuiten, in denen Mifti und Alice Sex haben, bis zum sakral erleuchteten Schlafzimmer während eines Heroin-Trips. Mitreißend sind auch die Choreografien während der Clubbesuche, wenn die zuckenden Körper im Stroboskop-Licht aufleuchten. Licht, Kamera, Kulisse und ein sehr starker Soundtrack stimmen sich perfekt aufeinander ab. Immer mit dabei: Gil Scott-Heron mit seinem Lied „Me and the Devil“, das mehrfach im Film zu hören ist.

Schaut den Film wenn…

… ihr schon immer mal wissen wolltet, wie sich eine exzessive Jugend zwischen Antidepressiva und Wohlstandsverwahrlosung in Berlin anfühlt.

Mehr Exzesse gibt es in diesen Dokus auf Mediasteak.

Verfügbar bis: 19. Juni 2019
Kategorien: Film & Serie