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Watu Wote: Oscarnominierter Kurzfilm über Zivilcourage

Ronas | 09. März 2018

In Kenia schwelgt ein Konflikt, der auch uns nicht unbekannt vorkommt: Christen gegen Muslime. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Religionsgruppen – Gesprächsbereitschaft zeigt niemand. Dass nicht alle Bürger diesen extremen Kurs unterstützen und ihre Menschlichkeit auch im Angesicht der Religionsfrage nicht verlieren, zeigt der Kurzfilm Watu Wote, der eine wahre Geschichte erzählt. Und sich somit zu einem eindrucksvollen Beispiel für Zivilcourage entwickelt.

Die Differenzen überwinden

Kenia ist ein krisengebeuteltes, chaotisches Land. Und eine junge Christin, die im Verlauf des Films namenlos bleibt, muss einmal mitten hindurch reisen, von Süden nach Norden – eine Busfahrt die 31 Stunden dauert und zum Teil durch äußerst gefährliche Streckenabschnitte führt. Noch dazu sitzen fast ausschließlich Moslems im Bus – die Christin ist nervös. Der Graben also, der sie von ihren Mitfahrern trennt, ist tief. Wir erfahren auch warum: Ihr Mann und ihr Kind wurden von Muslimen getötet. Und das Misstrauen ist scheinbar gerechtfertigt: Nachdem die Polizeieskorte auf dem gefährlichsten Streckenabschnitt ausfällt, stoppt eine islamistische Gruppe den Reisebus. Ihr Ziel: Die Christen im Bus zu töten. Plötzlich jedoch schließen sich die Businsassen zusammen, um die junge Frau zu retten.

Watu Wote: Aussagekräftig ohne viele Worte

Die deutsche Regisseurin Katja Benrath erzählt mit dem Kurzfilm Watu Wote eine schreckliche Geschichte. Aber gleichzeitig auch eine schöne, die Mut macht und ein außerordentliches Beispiel für Menschlichkeit und Zusammenhalt darstellt. Keine Namen und sehr wenig Worte braucht es, um die Geschichte gefühlvoll und ergreifend zu erzählen. Die namenlosen Protagonisten werden zunächst auf ihre Religion reduziert, um dann jedoch zu zeigen, dass das menschliche Miteinander doch viel mehr als eine Religionsfrage ist. Großartig! So großartig nämlich, dass Benraths Abschlussprojekt für die Hamburg Media School als bester Kurzfilm für die diesjährigen Oscars nominiert war.

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Anderes Thema, aber auch berührend. Und auch als Kurzfilm in der animierten Kategorie für die diesjährigen Oscars nominiert: Negative Space. Den Oscar als bester Kurzfilm hat übrigens der Film The Silent Child gewonnen:

Bild: Filmplakat / Regisseurin

Verfügbar bis: 15. März 2018
Kategorien: Kurzfilm