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Dürre-Alarm: Wassernotstand im Iran

ARTE Magazin | 08. Juni 2018

Die Bevölkerung des Irans leidet unter hausgemachten Umwelt­katastrophen. Ganze Provinzen ­trocknen aus, Sandstürme und extreme Luftverschmutzung ­gefährden die Gesundheit der Menschen. Ändert sich nichts, wird das Land größtenteils unbewohnbar. Eine riesige Fluchtbewegung droht.

Der Karun im Südwesten des Irans ist der längste und vor allem der einzig schiffbare Fluss des Landes. Er entspringt am Zard Kuh, dem mit 4.450 Metern höchsten Berg des Zagros, dem größten Gebirge des Irans. Nach 900 Kilometern mündet er im Arvandrud (arabisch: Schatt al-Arab), jenem Fluss, der die südwestliche Grenze zum Irak markiert und in den Persischen Golf fließt. Als Teil des „fruchtbaren Halbmonds“ war die Region um den Karun herum berühmt für die Qualität ihres Wassers und Bodens. Die Dattelpalmen am Ufer des Flusses waren an Schönheit kaum zu übertreffen, sie wurden sein Wahrzeichen. All dies bescherte dem Karun einen besonderen Platz in der Geschichte – vom mesopotamischen Gilgamesch-Epos über eine Würdigung als einer von vier Flüssen des Gartens Eden bis hin zur volkstümlichen Tradition des modernen Irans.

Wassernotstand im Iran: Kampf um sauberes Trinkwasser

Doch diese glorreichen Zeiten sind vorbei. Von der einstigen Pracht ist nichts mehr übrig, eine unvergleichliche, von Menschen verursachte Tragödie hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten abgespielt. Das Flussbecken des Karun ist vielerorts ausgetrocknet, die umliegenden Ökosysteme sind zerstört. Hinzu kommen giftige Industrieabfälle, die in den Karun fließen und ihn sowohl als Trinkwasserquelle als auch für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar machen. So dient der Karun heute als Sinnbild für die Wasser- und Umwelt­krisen des Irans, die mehr noch als die ohnehin eklatanten sozialen und politischen Unruhen die Zukunft des Landes bestimmen werden.

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Die Doku beschäftigt sich mit dem Wassernotstand im Iran und zeigt Menschen, die sich für den Erhalt der Wasservorkommen im Land einsetzen. Außerdem berichten die Filmemacher, welche historische, kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutung dem Wasser in der ganzen Region zukommt.

 

Bild: Shutterstock

Verfügbar bis: 13. Juli 2018
Kategorien: Natur, Wirtschaft