Lola rennt gehört zu den beliebtesten Filmen aus Berlin. Diese Liste zeigt dir weitere Drehorte in der Hauptstadt
Liste

Die spannendsten Drehorte in Berlin – und ihre Geschichten

Mediasteak | 20. April 2017

Ob Hollywood-Produktion oder Kiez-Doku – Berlin ist täglich Schauplatz von etlichen Filmdrehs. Durchschnittlich werden 168 Filme pro Monat in den Straßen der Hauptstadt gedreht. Hinter einigen Drehorten verbergen sich Geheimnisse, andere geben sich als etwas aus, das sie nicht sind.

Wo rannte Lola eigentlich entlang und wie drehte Billy Wilder in der damals geteilten Stadt? Hier kommen 10 spannende Drehorte!

Und mehr davon findet ihr im Buch: Filmlandschaft Berlin: Großstadtfilme und ihre Drehorte

 

Inglourious Basterds (2009) | Clärchens Ballhaus, Mitte


Während die Eröffnungsszene des Tarantino-Streifens auf einer einsamen Wiese im beschaulichen Sebnitz in Sachsen gedreht wurde, fand der letzte Akt von „Inglourious Basterds“mitten in Berlin statt: in Clärchens Ballhaus.

Im Film mutet das Ballhaus als französisches Dorflokal an. Hier verrät Hans Landa (Christoph Waltz) seine Absichten, die Basterds Hitler töten zu lassen, um im Gegenzug die Immunität von einem möglichen Kriegsverbrecherprozess zu erhalten. Das Tanzlokal in der Auguststraße, Clärchens Ballhaus, wäre übrigens fast im Zweiten Weltkrieg zerstört worden – Ironie des Schicksals!

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Herr Lehmann (2003) – Weltrestaurant Markthalle, Kreuzberg


Im Weltrestaurant Markthalle bestellt Herr Lehmann (Christian Ulmen) schon morgens Schweinebraten und Bier.Der 29-Jährige arbeitet nachts in der Bar gegenüber und ist Stammgast im Lokal.

Nach dem Erscheinen von Leander Haußmanns kultiger Verfilmung des gleichnamigen Romans gab es einen Run auf das Weltrestaurant. Aber: Ob die Pilger auch gekommen wären, wenn sie gewusst hätten, dass hier gar nicht gedreht wurde? Das urige Restaurant wurde nämlich originalgetreu nachgebaut – in einem Studio in Köln. Warum die Crew extra nach NRW fahren musste? Das hängt mit den Filmförderungen aus verschiedenen Bundesländern zusammen.

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Victoria (2015) | Café Wilhelm & Medné, Mitte


In nur einer einzigen Einstellung und ohne Schnitt wurde dieser beeindruckende Film von Sebastian Schipper gedreht – und am Ende weiß der Zuschauer nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Von einer gewöhnlichen Partynacht kommt es zum Banküberfall und anschließender Polizeijagd.

Unglaublich, dass bei all der Bewegung im Film die zurückgelegte Strecke nur 1,4 Kilometer lang ist! Das Café, in dem Victoria arbeitet, ist in Wirklichkeit das Bio-Café Wilhelm & Medné. Der Club, in dem sie auf Sonne und seine Crew trifft, ist in der Realität allerdings nur ein Getränkelager. Aber den Späti, in dem Sonne Bier klaut, gibt es wirklich. Der Besitzer spielte im Film auch mit – jedoch nicht sich selbst, sondern einen Türsteher!

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Auch spannend: New York im Film

 

Prinzessinnenbad (2006) | Kreuzberg


„Ich komm‘ aus Kreuzberg, du Muschi!“ – ein Spruch, der den rauen Ton auf Kreuzbergs Straßen wiedergibt. Er stammt aus dem Mund einer 15-Jährigen und wurde Kult. Um genau zu sein pfefferte ihn Tanutscha einem Jungen entgegen, mit dem sie gerade im „Chathouse“ telefonierte. Sie ist die beste Freundin von Klara und Mina, mit denen sie in Berlin Kreuzberg aufgewachsen ist. Am liebsten verbringen sie ihre Freizeit mit Jungs gucken, rauchen oder chillen im Prinzenbad.

Für „Prinzessinnenbad“ hat Regisseurin Bettina Blümner die drei Mädchen einen Sommer lang mit der Kamera begleitet und zeigt neben der sehr authentischen Dokumentation des Erwachsenwerdens das Kreuzberg vor zehn Jahren.

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Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (2015) | Flughafen Tempelhof


Für die Umsetzung der „Panem“-Reihe von Francis Lawrence wurden diverse Orte auf der Welt als Kulissen genutzt. So auch Berlin. Denn die Hauptstadt ist „eine der architektonisch spannendsten Städte der Welt“, sagt Schauspieler Jeffrey Wright.

Als Drehort für das Rebellenlager in District 2 diente der Flughafen Berlin-Tempelhof, der im Film in Trümmern liegt. Die Unterführung des Messedamms ICC soll den Untergrund des Kapitols darstellen – gut wiederzuerkennen an den orangenen Kacheln.

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In 80 Tagen um die Welt (2004) | Gendarmenmarkt, Mitte


Der Film spielt, wie der Name bereits andeutet, an vielen Orten auf der Welt. Allerdings nicht in Berlin. Trotzdem kam im Jahr 2003 ein riesiges Filmteam in die Hauptstadt, um die abenteuerliche Reise auf die Leinwand zu bringen. Berlin, genauer gesagt der Gendarmenmarkt, musste dafür als Londoner Kulisse herhalten.

Der französische Dom wurde dabei zur Bank of England und das berühmte Schauspielhaus Berlins zur „Königlichen Akademie der Wissenschaft Londons“. Es kommt noch wilder: Der Big Ben wurde sogar einfach in das Bild hineinmontiert.

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Mein Führer (2007) | Lustgarten, Mitte


Die berühmte Prachtmeile Unter den Linden verläuft zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor. Hier finden sich eine Vielzahl der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins – Hauptanziehungspunkt für viele Touristen. Und nun stellen wir uns mal vor, wie ein Tourist vor dem Lustgarten Halt macht und überall hängen meterhohe Hakenkreuz-Fahnen, Hunderte Menschen strecken ihren rechten Arm in die Höhe und da vorne grölt auch noch jemand, der einen Hitler-Bart hat.

Die Berliner Stadtverwaltung hielt so ein Schauspiel für schlechte Eigenwerbung und wollte keine Drehgenehmigungfür den Film „Mein Führer“ am Originalschauplatz vergeben. Doch der damalige Bürgermeister Klaus Wowereit setzte sich persönlich ein – und am Ende durfte Dani Levi doch noch drehen. Bedingung: Mitarbeiter mussten Flyer verteilen und den verdutzten Touristen im Umkreis erklären: Das sind nur Dreharbeiten, das Dritte Reich ist nicht zurückgekehrt!

Lola rennt (1998) | Oberbaumbrücke, Kreuzberg


Im Kultfilm von Tom Tywker sehen wir die knallrothaarige Lola quer durch Berlin sprinten, um ihrem Freund Manni zu helfen. Ganz logisch ist ihre Strecke dabei nicht – das fällt aber nur Berlinern und Berlin-Kennern auf.

Lolas wohl berühmtester Streckenabschnitt liegt auf der Oberbaumbrücke, die Kreuzberg und Friedrichshain verbindet und deren zwei Türmchen sogar auf dem Stadtwappen enthalten sind.

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Sonnenallee (1999) | Treptow-Köpenick


Leander Haußmanns Film ist ein Klassiker geworden, der das Leben in der DDR direkt neben dem Grenzübergang darstellt. Allerdings wurde nicht an der Sonnenallee selbst gefilmt, sondern in den Filmstudios Babelsberg. Als Kulisse dienten Mietshäuser aus der Gründerzeit.

Die originale Sonnenallee sieht jedoch – zumindest an der Stelle, an der sich der Film abspielt – anders aus: Seit den Achtzigern stehen an der Straße im Umfeld des Grenzübergangs nämlich Plattenbauten.

Hier den kompletten Film „Sonnenallee“ schauen

 

Eins, Zwei, Drei (1962) – Brandenburger Tor, Mitte


Billy Wilders Film zeigt den in Berlin schwelenden Ost-West-Konflikt und das Leben und Lieben über die Sektorgrenzen hinweg. Gedreht wurde von Juni bis September 1961 an verschiedenen Orten der Stadt. Unter anderem am Brandenburger Tor, wo Wilder an einem Wochenende im August drehte.

So arbeitete die Crew am 11. und 12. August noch nichtsahnend vor Ort. Doch als sie am Sonntag den 13. August am Brandenburger Tor ankamen, sah ihr Drehort plötzlich nicht mehr so aus wie am Vortag. Was war geschehen? Russische Soldaten hatten in der Nacht begonnen eine Mauer zu bauen – die erst 28 Jahre später wieder eingerissen werden sollte.

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Bild: Sony Pictures Classics

 

 

Weitere Drehorte findet ihr in diesem tollen Buch, das wir euch sehr empfehlen können:

Kategorien: Behind The Scenes, Kino, Listen

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