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Oslo, 31. August

Anne | 16. Mai 2017

Es wird schon wieder besser. Alles kommt in Ordnung.
Leider nicht.

Die ersten Strahlen des Sommertages zeichnen sich zart am Horizont ab und tauchen den Raum in stilles Dämmerlicht. Anders nimmt einen tiefen Zug an seiner Zigarette, nach vielen Monaten in einer psychiatrischen Klinik, ist er dabei ins Leben zurückzukehren. Vielleicht kann er an sein früheres Ich anknüpfen – das eines talentierten Journalisten, dem die Frauen zu Füßen liegen.

Gezeichnet von Drogen, leer und einsam

Er hatte es alles, war wild, nahm Drogen, erst Haschisch, dann Ecstasy, am Ende Heroin. Jetzt ist er clean, die Therapie fast beendet und wir begleiten den 34-Jährigen bei seiner Suche nach Halt, den er nicht finden wird. Sein Inneres ist kaputt, gezeichnet von den Drogen, leer und einsam. Mit seinen Freunden versucht er zu lachen, doch seine Augen sind so unendlich traurig. Die Selbstzweifel fressen Anders auf – sein Können, seine Liebe, seine ganze Existenz – alles ist sinnlos. Wie sehr er es auch probiert, Lebensfragen verwandeln sich in Lebenslügen.

Unfassbar schöne Filmbilder

Regisseur Joachim Trier erzählt das mitreißende Porträt einer verlorenen Seele in den unfassbar schönen Filmbildern eines skandinavischen Sommertages, an dem das Licht nie zu verschwinden scheint. Anders (brilliant gespielt von Anders Danielsen Lie) wirkt in diesem malerischen Szenario noch zerbrechlicher und sein Innerstes noch dunkler.
Oslo, 31. August ist einer der wunderbarsten Filme der letzten Jahre, welcher in jeder Minute den existenziellen Fragen unserer Generation auf den Grund geht.

 

Oslo, 31. August – auf DVD


Bild: Oslo, 31. August

Kategorien: Video on Demand