< Der syrische Filmemacher Feras Fayyad begleitete für Last men in Aleppo über drei Jahre die Arbeit der „Weißhelme“ in Aleppo.

Die letzten Männer von Aleppo – Interview mit Filmemacher Fayyad

ARTE Magazin | 06. Juni 2017

Der syrische Filmemacher Firas Fayyad begleitete für seinen Dokumentarfilm „Die letzten Männer von Aleppo“ über drei Jahre die Arbeit der „Weißhelme“ in Aleppo, die nach Bombenangriffen als Erste zur Stelle sind. Ein Gespräch über Helden, normales Leben im Krieg und die Grenzen des Zeigbaren.

ARTE Magazin: Herr Fayyad, wer oder was ist ein Held für Sie?

Feras Fayyad: Ein Held zu sein bedeutet für mich, ein Mensch zu sein und für menschliche Werte zu kämpfen. Ein Held ist kein Superman, kein Kämpfer aus alten Sagen, sondern ein normaler Mensch, der andere rettet, der das Leben liebt und sich dafür einsetzt, dass es weitergeht. Alles davon sehe ich in der Arbeit der Weißhelme. Ganz generell leisten die freiwilligen Helfer in Syrien Unglaubliches, versorgen etwa sogar Menschen in den belagerten Gebieten mit Essen – das sind für mich Helden.

Wie lernten Sie die drei Protagonisten des Films, die Weißhelme Khaled, Subhi und Mahmoud, kennen?

Als Erstes lernte ich Khaled kennen, den Anführer der Weißhelme. Ich traf ihn 2013, als er mit Kollegen und Freunden dabei war, eine kleine Gruppe zusammenzustellen. Sie wollten Familien und Stadtviertel vor den Bombenanschlägen Assads zu schützen. Zu dieser Zeit waren die Weißhelme gerade dabei, sich zu organisieren, suchten nach Unterstützung durch internationale Organisationen. Subhi und Mahmoud schlossen sich wenig später der Gruppe an. Ich fing an, sie zu begleiten, wenn sie nach Bombenanschlägen in die betroffenen Viertel fuhren.

Wie entstand die Idee, über die Weißhelme einen Film zu drehen?

Ich wollte zeigen, wofür sie kämpfen, was ihre Motivation ist, einen so gefährlichen Job zu machen. 2011 war ich im Gefängnis, weil ich einen Film über Meinungs- und Redefreiheit gedreht hatte. Im Gefängnis wurde ich Zeuge der brutalen Folter von freiwilligen Arbeitern. Dass der Staat Journalisten als seine Feinde betrachtet, ist vielleicht verständlich. Aber Freiwillige, die Kinder retten, Menschen mit Medizin versorgen? Aus dieser Unsinnigkeit entstand mein Filmvorhaben. Ich wollte zeigen, dass das, was in Syrien passiert, unsinniges und willkürliches Töten ist.

Lest das komplette Interview im ARTE Magazin

 

Bild: © SWR/Kloos & Co. Medien

Kategorien: Behind The Scenes