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Kurzfilm Radfahrer – Einblick in den Alltag der DDR

Ronas | 03. Dezember 2017

Film kann auch anders. Marc Thümmler zeigt, dass ein guter Kurzfilm keine tollen Animationen oder Effekte benötigt, um zu begeistern und zu erstaunen. Mit dem Kurzfilm Radfahrer führt uns Thümmler auf eine Reise durch Ost-Berlin – in Form einer Dia-Show von Schwarz-Weiß-Fotos des DDR-Fotografen Harald Hauswald.

Kurzfilm Radfahrer – Unter Beobachtung

Hauswalds Fotos gefielen der DDR-Führung nicht. Sie zeigten leere, graue Häuserfassaden, heruntergekommene Orte und Punks. All das also, was die Staatssicherheit nicht in der Öffentlichkeit der DDR sehen wollte. Schon gar nicht in Anbetracht der Tatsache, dass Hauswald seine Fotos auch im Westen ausstellte. Also wurde der Fotograf unter dem Namen „Radfahrer“ von der Stasi überwacht – und das erschreckend detailreich. In Thümmlers Film werden zu den Bildern Hauswalds Ausschnitte seiner Stasi-Akte verlesen. Man erschrickt, wenn man hört zu welcher Uhrzeit (minutengenau!) Hauswald welches Haus mit welcher Hausnummer betritt, mit welchen Menschen er redet und vor allem: Wo und was er fotografiert. Die in der Stasi-Akte beschriebenen Bilder sind dabei häufig parallel im Film zu sehen.

Zweierlei Blick hinter die Kulissen

Thümmler schafft es im Kurzfilm Radfahrer mit vergleichsweise wenig Aufwand einen seltenen Blick in den Alltag der DDR zu werfen. Dabei verweben sich zwei Welten, die auch zu DDR-Zeiten untrennbar miteinander verbunden waren: Das alltägliche Bild der DDR und die Überwachung durch die Staatssicherheit. Ein hervorragend untermalter, virtueller Museumsbesuch.

In dieser Prenzlauer Berg Doku auf Mediasteak spricht Hauswald über sein Leben in Ost-Berlin.

Hier könnt ihr die Fotografien von Harald Hauswald als hochwertigen Fotoband kaufen:

Bild: Screenshot / bpb

Kategorien: Kurzfilm