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Dissonance – preisgekrönt und fantastisch

Ronas | 02. Dezember 2017

Ein Vater, der in einer Fantasiewelt lebt und jeden Tag Klavierkonzerte gibt – ohne, dass ihm jemand zuhört. Ein Vater, der mit einer psychischen Störung zu kämpfen hat, sich aber nichts sehnlicher wünscht, als seine Tochter zu sehen und jemanden zu finden, der etwas anderes als (im besten Fall) Gleichgültigkeit für ihn empfindet. Zwei Geschichten – eine fantastische und eine reale – rund um eine Person, überragend ineinander verstrickt und verwoben. Das liefert der vielfach preisgekrönte Kurzfilm Dissonance, der unter anderem für die Berlinale 2015 und die European Film Awards nominiert wurde.

Kurzfilm Dissonance – zwei Welten, beide großartig

Der Vater ist obdachlos. Tag für Tag kommt er in die Straße, in der seine Tochter lebt und hofft, sie sehen zu können. Die Mutter des Mädchens aber verbietet das und ruft sogar die Polizei, um den Vater zu vertreiben. Die Fantasiewelt des Vaters sieht jedoch anders aus: Als begnadeter Pianist gibt er Tag für Tag Konzerte – allerdings im leerem Saal in einer leeren Stadt im Himmel. Täglich überlegt er, von der Kante dieser Stadt zu springen und die Fantasie hinter sich zu lassen. Der Körper in der Realität – die Gedanken nicht: Filme-Schaffer Till Nowak symbolisiert das, indem der Kopf des Vaters (fast) den gesamten Film animiert ist, der Körper aber nicht.

Ein Wunder der Technik

Nicht nur die komplexe und tiefgründige Geschichte überzeugt in Dissonance auf ganzer Linie. Auch die überragenden Animationen, die Filmemacher Till Nowak mit einigen Kollegen selbst beigesteuert hat, wissen zu begeistern. Animation und Real-Film verschwimmen fließend und ergeben somit ein tolles Gesamtwerk. Außerdem passt die bedeutungsschwere Klaviermusik wunderbar zum Film – nicht umsonst konnte Dissonance den Deutschen Musikfilmpreis gewinnen.

Einen weiteren preisgekrönten, animierten Kurzfilm findet ihr hier.

Bild: Screenshot / vimeo / Till Nowak

Kategorien: Kurzfilm