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Die Klavierspielerin – preisgekröntes Drama von Michael Haneke | arte

Stephanie | 08. Juni 2017

Der Klavierspielerin Erika Kohut wird von ihren Schülern am Konservatorium mit Ehrfurcht begegnet. Und das ist bereits das wärmste der Gefühle, die es in Erikas Leben gibt. Denn es ist durchzogen von einer vernichtenden Strenge, die Erika von ihrer gluckenhaften Mutter übernommen hat und nun auf ihre leidenden Schüler überträgt. Mit Anfang 40 lebt die talentierte Pianistin immer noch zusammen mit ihrer Mutter in einer symbiotischen Beziehung, die kaum Raum für anderes als Erikas musikalische Karriere lässt. Den Menschen um sie herum offensichtlich abgeneigt, sucht sie ihre sexuelle Befriedigung schließlich in Sexshops und durch Verstümmelung ihrer selbst. Doch ihre heimliche Neigung zu Sado-Masochismus erklimmt ein neues Level, als der attraktive Walter in ihre Welt eindringt.

Eine sado-masochistische Beziehung gerät aus den Fugen

Seine starke Begierde der verschlossenen Klavierlehrerin lässt Erika auftauen, sodass sie ihm schließlich ihre Wünsche offenbart. Doch welche Intensität und Ausmaße die beginnende Beziehung zwischen beiden annimmt, konnte Erika wahrscheinlich in ihren wildesten Träumen nicht erahnen…

Die Klavierspielerin – verstörend und faszinierend

Michael Hanekes preisgekrönter Film ist nichts für schwache Gemüter! So ringt beim Schauen die Abschreckung durch die Gewaltszenen mit der Faszination, die die psychische Entwicklung der Figuren auslöst. Denn der Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek basiert, könnte als psychologische Studie einer masochistischen Frau herhalten. Gleichzeitig wirft die Geschichte gewagte Theorien zu Geschlechterverhältnissen, Unterdrückung und sexueller Entwicklung auf… Mit einer atemberaubenden Isabelle Huppert und dem Augenschmaus Benoit Magimel!

Verfügbar bis: 19. Juni 2017
Kategorien: Film & Serie