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Der Untergang – Film über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs

Sophia | 20. April 2018

Adolf Hitler. Kaum ein Name ist mit derart viel Schrecken, Angst und Abneigung verbunden: Zurecht! Über den wohl skrupellosesten Diktator unserer jüngeren Geschichte gibt es zahllose Filme und vor allem Parodien. Denn durch die satirische Brille, lässt es sich meist besser mit den Schrecken der Welt umgehen.

Der Untergang wagt sich indes auf ein neues Terrain. Fernab jeglicher Persiflage zeigt der Film die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und die Niederlage des Deutschen Reichs. Doch bezieht sich die Handlung nicht etwa auf die Millionen von Opfern oder zeigt etwa die Gräueltaten der Nationalsozialisten auf. Hier wird die Perspektive der Kriegsverlierer eingenommen und so ein Einblick in die letzten Stunden Hitlers und seiner Gefolgschaft ermöglicht.

Der Untergang – das Ende einer Schreckensherrschaft

Der Film basiert mitunter auf den Erinnerungen Traudl Junges – ehemalige Privatsekretärin Hitlers. Dargestellt von Alexandra Maria Lara, lässt sie den Zuschauer teilhaben an den Momenten, die das Ende der Schreckensherrschaft einläuten.

Ungewöhnlich ist die Perspektive dieser jungen Frau, die sich in erster Linie geehrt fühlt dem Führer so nah sein zu dürfen. Ihr begegnet er mit Geduld und Herzlichkeit. Auch das Verhältnis zu Eva Braun oder Frau Hitler, wie sie in ihren letzten Stunden heißt, ist ein überaus liebevolles. Es wird nochmal getanzt, geraucht und getrunken, tief unten im Bunker. Während draußen Jugendliche und Kinder als letzte Instanz den Feind bekämpfen.

Des Führers sensible Seite – darf man das?

Nachdem der Untergang 2004 in die deutschen Kinos kam, löste er nicht nur positive Kritik aus. Zu wenig sei auf die Grausamkeit der Nationalsozialisten eingegangen – Hitler gar zu menschlich dargestellt worden. Berechtigt? Vielleicht.

Denn was wir sehen, ist ein gebrochener Mann in Verzweiflung darüber, alles zu verlieren. Man mag kurz an sich selbst zweifeln, wenn man die Trauer nachvollziehen kann, die er verspürt, nachdem er seinem Hund Blondi ein tödliches Gift verabreicht. Doch genauso schnell wie man mit menschlichen Gefühlen konfrontiert wird, schüttelt es einen, wenn der größenwahnsinnige Choleriker zutage tritt, der Hitler gewesen sein muss.

Dieses Wechselbad der Gefühle erhalten wir vor allem, weil der Film mit einer absoluten Starbesetzung aufwartet. Denn wer sich im deutschen Film- und Fernseh-Dschungel etwas auskennt, dem kommen beinah alle Gesichter bekannt vor. Besonders glänzt Bruno Ganz als Adolf Hitler – so unheimlich echt und hautnah kam uns der Diktator noch nie vor…

Kein Herz für Nazis

Nationalsozialisten sind auch nur Menschen? Leider ja und sie sind nicht mal mehr an Uniformen oder Glatze und Springerstiefeln zu erkennen. Wie präsent (und gefährlich!) das Thema Nationalsozialismus auch heute noch ist, zeigt die AfD-Spitze – hier in einer Doku auf Mediasteak zu sehen.

Wer sich für das Buch interessiert, das unter anderem als Vorlage für Der Untergang diente, kann es hier erwerben: Bis zur letzten Stunde: Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben

 

Bild: © Constantin Film

Verfügbar bis: 10. Juni 2018
Kategorien: Film & Serie