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Berlinale: Denk ich an Deutschland in der Nacht

Christine | 18. Februar 2017

Der Film „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ läuft derzeit auf der Berlinale in Berlin! Damit ihr wisst, was auf dem Filmfestival sehenswert ist, setzen wir uns 10 Tage lang ins Kino und beschreiben hier kurz & knackig unsere Filmauswahl.

Worum geht’s?

Es gibt Leute, die mir ihrem Laptops eine Tracklist abspielen und es gibt DJs. Letztere begleitet der Dokumentarfilm mit dem schönen Titel „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ in die hiesigen Elektro-Hauptstädte: Von München nach Köln. Von Frankfurt nach Berlin. In Clubs, auf Festivals und ins mit Schallplatten überfüllte Arbeitszimmer.

Dabei findet der Film von Romuald Karmakar eine spannende Mischung aus Charakterbeschreibung, Musikgeschichte und Gefühl. In Interviewsequenzen erklärt etwa DJ Ricardo Villalobos, warum die Elektroszene wie ein riesiger gewobener Teppich funktioniere, dessen Ende nie in Sicht sei. Und wie die Musik vor allem seit den 90ern permanent und überall von jeder Elektro-Generation neu erfunden werde.

Schnitt. Danach verharrt die Kamera Minuten lang ohne jede Regung auf DJane Sonja Moonear, die in mit Lasern ausgeleuchteten Hallen an dutzenden Reglern dreht, während die tanzende Menge beinah ekstatisch auf jeden einzelnen Beat reagiert. Drei Stunden dauere es, sagt Moonear, bis sie und ihr Publikum eins würden.

Was steckt dahinter?

Nichts weiter als die Liebe zur Musik und die Schönheit derer, die dieser Kunstform ihr Leben widmen. Das kann sogar Nicht-Elektro-Fans begeistern.

Beste Szene:

Wie DJ Move D fünf Minuten lang den Zusammenhang zwischen elektronischer Musik, Astrophysik, der ersten Mondlandung, seinem Vater, Landschaften und Pferden erklärt – irgendwo  auf einer Apfelwiese im Nirgendwo.

FYI:

Die Elektro-Hauptstädte heißen New York und London. Nicht Berlin! Hiesigen Elektro gibt’s nur im Paket, das nennt sich dann „German Sound“.

Bild: © Arden Film, Berlinale

Der Film „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ von Romuald Karmakar läuft in der Sektion Panorama auf der Berlinale 2017.

Kategorien: Behind The Scenes, Kino