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Das Verschwinden | Serie im Crystal-Meth-Milieu

Sophia | 02. November 2017

Na endlich! Auch in Deutschland scheint man nun auf den Erfolgszug der Serienproduktion aufzuspringen – und das sogar aussichtsreich. Die ARD beschert uns mit Das Verschwinden eine Mini-Serie, in der es bis zuletzt spannend bleibt. In vier Teilen, die in Spielfilmlänge daherkommen , folgen wir Michelle (Julia Jentsch) auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter Janine.

Crystal Meth – ein beliebter Aufhänger für Serien

Zugegeben, das Thema ist nicht neu und vielleicht schon etwas ausgelutscht. Denn in wie vielen Serien und Filmen haben wir Jugendliche schon in den Fängen der Droge Crystal Meth gesehen? Doch in Das Verschwinden geht es um sehr viel mehr, als nur um das weiße Zeug.

Die Hilflosigkeit einer Mutter, die ihre Tochter sucht und merkt, dass sie so gar nichts mehr über deren Leben weiß, ist eine Perspektive, in die wir Einblick erhalten. Darüber hinaus folgen wir Janines Freundinnen, die neben deren Verschwinden, mit ihren eigenen Problemen konfrontiert werden. Kranke Eltern, Drogenentzug, die erste Liebe und eine generelle Überforderung mit dem Start ins Erwachsenenleben…

Auch in die Sicht der Polizei erhalten wir Einblick. Jedoch anders als im klassischen Krimi, weniger in deren Ermittlungsarbeit. Viel mehr ist es die Handlungsunfähigkeit, die das scheinbar freiwillige Verschwinden einer jungen Frau mit sich zieht, die uns vor Augen geführt wird. Aus diesem Grund sieht sich Michelle auch gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln. Dass sie dabei sich und ihre jüngste Tochter Eva in Gefahr bringt, nimmt sie zwangsläufig in Kauf.

Das Verschwinden – oh du schöne Kleinstadt

So viele Handlungsstränge in einer Geschichte. Kein Wunder, dass die Serie ganze sechs Stunden benötigt, um Janines Verschwinden aufzudecken. Das Bild, das wir dabei von der bayrischen Kleinstadt gezeichnet bekommen, ist schön und trostlos zugleich. Freundschaften, die schon ein Leben lang existieren – jeder kennt jeden – klar, dass sich die Jugend etwas mehr erhofft.

„Das Leben macht oft keinen Spaß, das kannst du mir glauben.“ Alles in Allem ist es das, was uns die Serie vermittelt. Und genau deshalb sollte man das Beste daraus machen, denn was sollte man sonst tun? Dem Ganzen ein Ende setzen und dann womöglich alles Schöne verpassen, das noch kommen kann? NOT! Zu dieser Einsicht kommt zumindest Eine in Das Verschwinden und zeigt, dass jeder Eigenverantwortung für sich und sein Leben trägt.

 

Hier könnt ihr die weiteren Folgen der vierteiligen Serie anschauen.

 

Wenn euch mehr nach ‚echtem Leben‘ ist, schaut euch doch mal diese Doku über jugendliche Straftäter auf Mediasteak an.

 

Bild: © ARD Degeto/BR/WDR/NDR/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros)

Verfügbar bis: 21. November 2017
Kategorien: Film & Serie