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Das System Milch – über die Milchproduktion weltweit

Ronas | 13. Januar 2018

Milch – wir trinken sie, backen und kochen mit ihr. Was ein Lebensmittel wie alle anderen zu sein scheint, sorgte jedoch in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen. Viele politische Diskussionen wurden rund um die Milch ausgefochten – bis in die Tagesschau. Doch worum geht es dabei? Grimme-Preisträger Andreas Pichler hat sich in Das System Milch damit beschäftigt und die Milchproduktion in all ihren Facetten beleuchtet. Herausgekommen ist eine umfangreiche Dokumentation, die deutlich spannender ist, als das Thema zunächst vielleicht vermuten lässt.

Negativspirale

An der Milchproduktion hängen viele Berufe – allen voran die der Milchbauern. Und deren Existenz ist besonders bedroht. Dank stetig sinkender Milchpreise bekommen diese immer weniger Geld für den Liter – der Weg führt für fast alle in die Verschuldung. Besonders der Tierschutz hat darunter zu leiden. Wenn weniger Geld zur Verfügung steht, müssen die Bauern auf Massentierhaltung und Hochleistungsproduktion setzen.

„Totschlagen kann man sie ja auch nicht.“

Viele Probleme offenbaren sich dabei erst auf den zweiten Blick. Was die wenigsten bedenken: Zur Milchproduktion muss eine Kuh ständig trächtig sein. Jede weitere Minute, die die Kuh am Leben ist, wird zum Nullgeschäft – Schlachtungen nach „vollbrachter Leistung“ sind somit keine Seltenheit. Ein ähnliches Problem stellt sich mit den Kälbern: Diese müssen die Bauern zu einem lächerlich niedrigen Preis verkaufen – oder töten. Und um das Optimum aus der Kuh herauszuholen, nehmen die Milchbauern wiederum andere Dinge in Kauf – die Abholzung des Regenwalds zur Futterproduktion beispielsweise. Diese Kette kann nur schwer durchbrochen werden: Die Milchbauern müssten besser bezahlt werden – die Wirtschaft kann sich dazu aber (noch) nicht durchringen.

Das System Milch – alle Aspekte beleuchtet

Andreas Pichler liebt die Vollständigkeit. Und bemüht sich so, wirklich alle Aspekte zu beleuchten und mit tollen Bildern zu untermalen. Er besucht also neben Milchbauern aus vielen verschiedenen Länder auch die Konzerne selbst. Und zeigt, dass es auch anders geht: Erste „Bio-Bauern“, die auf artgerechte Haltung und Produktion achten, können sich langsam auf dem Markt etablieren.

Weiterführendes

Der Regenwald wird nicht nur für Futter gerodet. Eine andere Dokumentation über die Regenwaldrodung findet Ihr hier auf Mediasteak. Und mit Pfad des Kriegers könnt ihr euch hier einen Kino-Dokumentarfilm von Andreas Pichler anschauen, der für den Grimme-Preis nominiert war:

Bild: © Tiberius Film

Verfügbar bis: 19. Februar 2018
Kategorien: Wirtschaft