< Die VICE-Doku 'Cash For Kim' deckt Sklavenarbeit mitten in Europa auf und zeigt, wie Nordkoreaner in Polen ausgebeutet werden.

Cash For Kim | VICE

Laura | 25. Mai 2016

Bei einem schrecklicher Arbeitsunfall vor zwei Jahren starb ein Schweißer einer polnischen Werft an seinen schweren Verbrennungen. Doch nicht nur die Umstände, die zu dem Unfall führten, sind bedenklich – auch die Herkunft des Toten wirft einige Fragen auf: Der verunglückte Mann stammte aus Nordkorea.

Nordkoreanische Arbeiter, die mitten in der EU ausgebeutet werden? Die VICE-Reportage „Cash For Kim“ bringt Skandalöses ans Tageslicht: Europäische Firmen pflegen offenbar lukrative Geschäftsbeziehungen mit staatlichen Firmen aus Nordkorea, der „weltgrößten illegalen Arbeitsagentur“. Um den internationalen Sanktionen zu entgehen, schickt Kim Jong-un schätzungsweise 50.000 Zwangsarbeiter ins Ausland, um Milliarden für das Regime zu erwirtschaften. Und Polen scheint ganz vorne in der Ausbeutungsmaschinerie mitzuspielen.

Neben internationalen Experten sprachen die VICE-Filmemacher Sebastian Weis und Manuel Freundt mit nordkoreanischen Zwangsarbeitern, um die furchtbaren Zustände aufzudecken. Viele der Arbeiter wollten jedoch keine Fragen beantworten, denn das könnte schlimme Folgen für sie und ihre Familien, die sie in Nordkorea zurücklassen mussten, nach sich ziehen. Außerdem kommt eine dubiose Geschäftsführerin zu Wort, deren Firma Nordkoreaner ausbeutet und wie Vieh behandelt. Die Dokumentation „Cash For Kim“ zeigt einmal mehr, wie Wirtschaftsinteressen über Menschenrechte gestellt werden.

Aktuelle Entwicklung: Am vergangenen Sonntag, zwei Wochen nach Veröffentlichung der VICE-Reportage, hat das polnische Außenministerium verkündet, dass nordkoreanische Arbeiter das Land nicht mehr betreten dürfen. Als Grund wird die Unterstützung der internationalen Sanktionen gegen das nordkoreanische Atomprogramm genannt – doch sicherlich werden auch die Enthüllungen durch VICE News eine Rolle spielen.