<

Bis zum letzten Fang | Arte

Anne | 02. Oktober 2016

Aus Asien und Afrika importierten Fisch zu verspeisen, ist ethisch ungefähr so korrekt wie das Koks der mexikanischen Drogenbarone zu schniefen oder sich einen Sklaven zu halten. Und dabei geht es bei Weitem nicht nur um das Leid, das Fische ertragen müssen, während sie aus enormer Meerestiefe in riesigen Schleppernetzen und unter tonnenschwerem Druck hochgehievt werden, um anschließend mit herausquellenden Augen und Gedärmen den Kutter zu erreichen. Nein, fast genauso schlimm leiden Menschen, die auf den Booten zwangsarbeiten müssen. Wie Ko Tun, der aus Burma floh und von einem Schleuser unter verlockenden Angaben auf einem thailändischen Fischkutter angeheuert wurde. Hier schuftete er ein Jahr lang zirka 20 Stunden am Tag. Er bekam kaum Essen oder Schlaf, bis er krank wurde, dann warf ihn der Kapitän kurzerhand über Board ins Meer

Wie viele Menschen jährlich unter den schlimmsten Bedingungen in der Fischindustrie ums Leben kommen, ist schwer zu sagen. Wir Deutschen importieren derweil 80 Prozent unseres Fischbedarfs, um unsere exklusive Diät bis zur Dekadenz auszureizen – weil Kartoffeln mit Quark ja plötzlich schlecht sind (iiih, Kohlenhydrate!).

Der beeindruckend recherchierte Dokumentarfilm Bis zum letzten Fang führt uns die Folgen dieses unreflektierten Konsums vor Augen. Also aufgepasst und hingeschaut, nach dieser aufrüttelnden Doku schmecken Tuna Teriyaki und Sashimi nicht mehr ganz so lecker.

Bild: aquapix

Verfügbar bis: 01. Juni 2017
Kategorien: Gesellschaft, Natur, Wirtschaft