< Bis zum letzten Fang

Bis zum letzten Fang – über unseren Fischkonsum

Anne | 06. August 2018

Aus Asien und Afrika importierten Fisch zu verspeisen, ist ethisch ungefähr so korrekt wie Koks von mexikanischen Drogenbarone zu schniefen oder sich einen Sklaven zu halten. Und dabei geht es bei weitem nicht nur um das Leid, das Fische ertragen müssen, während sie aus enormer Meerestiefe in riesigen Schleppernetzen und unter tonnenschwerem Druck hochgehievt werden, um anschließend mit herausquellenden Augen und Gedärmen den Kutter zu erreichen.

Ausgedient? Aus dem Boot geworfen

Nein, fast genauso schlimm leiden Menschen, die auf den Booten zwangsarbeiten müssen. Wie Ko Tun, der aus Burma floh und von einem Schleuser unter verlockenden Angaben auf einem thailändischen Fischkutter angeheuert wurde. Hier schuftete er ein Jahr lang zirka 20 Stunden am Tag. Er bekam kaum Essen oder Schlaf, bis er krank wurde, dann warf ihn der Kapitän kurzerhand über Board ins Meer. Wie viele Menschen jährlich unter den schlimmsten Bedingungen in der Fischindustrie ums Leben kommen, ist schwer zu sagen.

Bis zum letzten Fang – beeindruckend recherchiert

Wir Deutschen importieren derweil 80 Prozent unseres Fischbedarfs, um unsere exklusive Diät bis zur Dekadenz auszureizen.

Der beeindruckend recherchierte Dokumentarfilm Bis zum letzten Fang führt uns die Folgen dieses unreflektierten Konsums vor Augen. Also aufgepasst und hingeschaut, nach dieser aufrüttelnden Doku schmecken Tuna Teriyaki und Sashimi nicht mehr ganz so lecker.

Bild: aquapix / Shutterstock

Kategorien: Gesellschaft, Natur, Wirtschaft