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Berlinale: Tiger Girl

Christine | 10. Februar 2017

Worum geht es?

Obwohl Vanilla – als eine der wenigen Frauen – eine Ausbildung bei einem Sicherheitsdienst macht, ist sie ein „Mädchen-Mädchen“. Sie lächelt viel. Entschuldigt sich oft. Sagt immer „Bitte und Danke“. Bis sie auf Tiger Girl trifft, die in einem Bauwagen wohnt und einen Hass gegen „die da Oben“ hegt. Ab sofort streifen die beiden in gestohlenen Security-Uniformen durch Berlin und lernen, deren Macht zu nutzen: Sie klauen, klauen noch mehr, prügeln und saufen. Bald sagt Vanilla nicht mehr „Bitte und Danke“, sondern „Mir ist langweilig“ und zertrümmert einer Frau die Nase. Einfach nur, weil sie Lust darauf hat.

Was steckt dahinter?

Der Film zeigt in drastischen, überspitzten Bildern, wie Frauen das anerzogene Brav-Sein ablegen – und wie befreiend und zugleich überfordernd das sein kann.

Das macht den Film besonders:

Jakob Lass‘ „Tiger Girl“ ist wie sein Film „Love Steak“ erneut ein Mumblecore – Dialoge sind also oft improvisiert, das Drehbuch vage, die Kamera verwackelt. So wird die für Vanilla schwierige Identitätssuche auch in der Form widergespiegelt. Oft löst sich der Regisseur jedoch von diesem Stil und fängt Ninja-Kicks der Frauen in durchgestylter Kill-Bill-Optik ein.

Bester Satz:

„Höflichkeit ist auch eine Art Gewalt, Gewalt gegen dich selbst!“

Beste Szene:

Robert Gwisdek, der gerne in Mumblecore-Filmen („Alki Alki“, „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“) mitspielt, ist auch hier dabei. Er spielt einen Fußgänger, den Vanilla gerade verprügeln will, der dann aber ganz in Ruhe ihr Verhalten zu analysieren beginnt, seine Brille ablegt und sagt: „Okay, komm, schlag mich.“ Da weiß Vanilla nicht mehr, was sie tun soll.

An folgenden Tagen könnt ihr Tiger Girl auf der Berlinale sehen.

Kinostart: 6. April 2017

Bild: © 2017 Constantin Film Verleih GmbH / Fogma

Kategorien: Behind The Scenes, Kino