Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger
Doku 28 min

Der Meisterfälscher – Wolfgang Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger

Anne | 10. März 2017

„Den Mund schließen.“ – „Das kann ich gar nicht, habe ich seit 1980 nicht mehr gemacht.“  –“Einfach schließen, Frau Wie-hießn-se-gleich-noch?“ – „Fleischberger.“ 

Der Maler und Betrüger Wolfgang Beltracchi hat den größten deutschen Kunstfälscherskandal seit dem Ersten Weltkrieg ausgelöst. Für den bandenmäßigen Betrug hat er sechs Jahre Haft mit Freigang bekommen. Über Jahre hinweg hatte der sogenannte Meisterfälscher Beltracchi die Bilder großer Meister kopiert. Darunter Gemälde im Stile von Heinrich Campendonk, Max Ernst und Max Pechstein gemalt. Anschließend verkaufte er diese mithilfe seiner Frau Helene Beltracchi – die ebenfalls zu vier Jahren Haft verurteilt wurde – auf den größten Kunstauktionen der Welt. Schätzungsweise 20 bis 50 Millionen Euro kassierte das Paar durch den Betrug. Auch blamierten sie gleich eine ganze Reihe anerkannter Kunsthistoriker, welche die Werke leichtfertig absegneten.

Der Meisterfälscher während des Freigangs gedreht

Während seines Freigangs konnte 3Sat mit dem talentierten Künstler eine mehrteilige Serie produzieren, in der Beltracchi im Stile bekannter Maler jeweils einen Prominenten malt. Die Serie begann mit einem Porträt von Harald Schmidt im Stile Otto Dix‘. Und endete mit Christopher Waltz (hier geht es zur Folge) in der expressionistischen Diktion von Max Beckmann.

Beltracchi hat Haftstrafe abgesessen

Nun ist Wolfgang Beltracchi wieder frei und gibt es ein weitere Fortsetzung mit Prominenten wie Ina Müller, Mario Gomez und Reinhold MessnerEs ist nicht nur schön bei den Gesprächen zwischen Maler und Promi mehr über die beiden Persönlichkeiten kennenzulernen, auch begeben wir uns in „Der Meisterfälscher“ auf einen kleinen Crash-Kurs in die Kunstgeschichte.

Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger

Besonders hat uns Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger  im Stil von Gustav Klimt gefallen (bis auf den debilen Sprechertext, in dem Barbara Schöneberger als „Babsi“ & „Busen der Nation“ bezeichnet wird – gehts noch?). Die lustige und eloquente Fernsehmoderatorin ist wie immer sehr sympathisch. Im Gespräch mit Beltracchi erfahren wir einiges über den Maler und über die tolle Schöneberger. Auch die detaillierten Einblicke in den Malstil von Gustav Klimt, der viel Blattgold verwendete, ist sehr interessant.

Bild: Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger, 3sat / ZDF

Verfügbar bis: 17. Februar 2018