< Basquiat Doku über Popstar der Kunstwelt

Basquiat – Popstar der Kunstwelt

Anne | 19. Oktober 2018

Downtown New York ist runtergekommen, als Jean-Michel Basquiat Ende der 70er als Graffiti-Sprayer SAMO für Furore sorgt. Weil er sich keine Leinwände leisten kann, sprüht er auf Hauswände. Irgendwann nimmt er Türen aus leerstehenden Häusern mit und beginnt, auf ihnen zu malen. Alles leinwandähnliche von der Straße schleppt er ins Apartment seiner damaligen Freundin, in welches er ungefragt einzieht. Dort malt er ununterbrochen: „Ich habe noch nie einen Menschen mit so viel Drive gesehen.“, erzählt seine Ex-Freundin in der Basquiat Doku. 

Warhol wird guter Freund

Dann, 1981, malt der damals 20-Jährige das erste Mal mit Farbe auf eine Leinwand und nimmt direkt an der legendären Gruppenausstellung „New York, New Wave“ teil.  Keine drei Jahre später ist Jean-Michel Basquiat einer der heiß umworbensten Künstler weltweit. Medien, Kunstwelt und Prominente feiern den erst 23-Jährigen wie einen Rockstar. Er hat ein Techtelmechtel mit Madonna und wird Andy Warhols enger Freund. Mit nur 25 Jahren ist er auf dem Zenit seiner Karriere angekommen. Doch trotz seines Erfolgs und dem ausschweifenden Lebensstil mit Drogen und Alkohol arbeitet Basquiat ununterbrochen.

Alltagsrassismus, Anatomie, Ägypten

Während ihn die Frauen zu Füßen liegen und die Kunstwelt feiert, bleibt er schüchtern. In seinen Werken setzt er sich nicht nur mit seiner persönlichen Geschichte auseinander, sondern verarbeitet alles, was er hört, sieht und liest. Von Jazzmusik, über Fernsehnachrichten, zu anatomischen Zeichnungen bis zu Ägyptologie. Rassismus spielt nicht nur in seinem Leben und seinem Werk eine Rolle, auch in der ach so liberalen Kunstwelt, wird er immer wieder damit konfrontiert. 

Nach dem plötzlichen Tod seines Helden und guten Freundes Andy Warhol verschlimmert sich Basquiats Heroinsucht. Mehrere Versuche, clean zu werden, scheitern. Für einen eher umstrittenen Entzug will er nach Afrika fliegen. Zwei Tage vor seiner Abreise stirbt Basquiat an einer Überdosis im Alter von nur 27 Jahren. 

Basquiat Doku zum 30. Todestag

Die Basquiat Doku bietet ein intimes Porträt über das künstlerische Ausnahmetalent. Sein Todestag jährte sich am 12. August zum 30. Mal. 

Mehr über den Künstler seht ihr im Spielfilm „Basquiat“ (1996) von Julian Schnabel (Regisseur von Schmetterling & Taucherglocke, den ihr hier auf Mediasteak sehen könnt). 

Spielfilm   und Buch über Boom for Real:    

Bild: © Yutaka Sakano

Verfügbar bis: 17. November 2018
Kategorien: Gesellschaft, Kultur